Vorsorge
Nicht die Rendite entscheidet, sondern die Schicht.
Ob Rürup, Riester oder freie Vorsorge das Richtige ist, hängt kaum vom Produkt ab. Es hängt davon ab, wie Sie beschäftigt sind, wie hoch Ihr Steuersatz ist und ob Sie Kinder haben.
Die geförderten Schichten sind steuerlich stark, aber unflexibel: kein Zugriff vor Rentenbeginn, keine Kapitalauszahlung, keine Vererbung nach Belieben. Die freie Vorsorge ist flexibel, aber ungefördert. Wer das verwechselt, spart am falschen Ende.
Die drei Schichten im Überblick
| Schicht | Förderung | Für wen | Preis der Förderung |
|---|---|---|---|
| Basisvorsorge Rürup | Beiträge weitgehend steuerlich absetzbar | Selbstständige und Angestellte mit hohem Steuersatz | Nur lebenslange Rente, keine Kapitalauszahlung, nicht kündbar, nicht beleihbar |
| Riester-Rente | Zulagen und Sonderausgabenabzug | Sozialversicherungspflichtige, besonders mit Kindern | Volle Besteuerung im Alter, begrenzte Kapitalentnahme, Zulagenrückforderung bei Kündigung |
| Betriebliche Altersvorsorge | Steuer- und abgabenfrei, Arbeitgeberzuschuss | Angestellte | Mindert die gesetzliche Rente, Leistungen im Alter voll beitragspflichtig |
| Private Rente und Fondssparen | Nur günstige Besteuerung der Erträge | Alle, besonders als flexibler Baustein daneben | Keine — dafür auch keine Förderung |
Wie Sie sich entscheiden
Sind Sie selbstständig? Dann ist Rürup meist der stärkste Hebel, weil Sie keine betriebliche Vorsorge haben und der Steuervorteil sofort wirkt. Die Unflexibilität ist der Preis dafür — der Vertrag ist vor dem Rentenalter nicht verfügbar.
Sind Sie angestellt? Dann kommt zuerst die betriebliche Altersvorsorge, weil Ihr Arbeitgeber gesetzlich 15 Prozent zuschießen muss. Erst danach lohnt der Blick auf weitere Schichten.
Haben Sie Kinder? Dann kann Riester rechnerisch schlagen, was jede Rendite leistet — die Zulagen fließen unabhängig von der Wertentwicklung.
Brauchen Sie Zugriff? Dann gehört ein freier Baustein dazu. Wer sein gesamtes Vorsorgevermögen in geförderten Verträgen bindet, hat im Notfall nichts verfügbar.
Der häufigste Fehler
Nicht die Wahl des falschen Produkts, sondern der zu späte Beginn.
Für dieselbe Rentenlücke von rund 3.200 Euro. Die Lücke wird nicht größer — dem Zinseszins fehlt nur die Zeit.
Häufige Fragen
Rürup oder Riester — was ist besser?
Das hängt von Ihrer Beschäftigung ab. Rürup passt zu Selbstständigen und Angestellten mit hohem Steuersatz, weil die Beiträge weitgehend absetzbar sind. Riester lohnt sich vor allem für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit Kindern, weil die Zulagen unabhängig von der Wertentwicklung fließen.
Kann ich einen Rürup-Vertrag kündigen?
Nein. Die Basisvorsorge ist nicht kündbar, nicht beleihbar, nicht übertragbar und nicht als Kapital auszahlbar. Sie können die Beiträge aussetzen, kommen aber vor dem Rentenalter nicht an das Geld. Das ist der Preis für die steuerliche Förderung.
Lohnt sich Altersvorsorge noch mit über 50?
Ja, aber die Hebel verschieben sich. Bei kurzer Ansparzeit wirkt der Zinseszins kaum noch — dann zählen die Höhe der Beiträge und die steuerliche Wirkung mehr als die Rendite. Rürup wird in dieser Phase oft attraktiver.
Wie viel sollte ich für die Rente sparen?
Statt einer Faustformel lohnt die konkrete Rechnung: Bedarf im Ruhestand gegen die voraussichtlichen Einkünfte, mit Inflation und Abzügen von der gesetzlichen Rente. Daraus ergibt sich die Sparrate.